Nicht mehr rumeiern

Aktion gegen das Töten der Bruderhähne

Rund 50 Millionen männliche Küken werden jedes Jahr in Deutschland getötet, weil sie keine Eier legen können und nicht genug Fleisch ansetzen. Die Bundesregierung will das Küken-Töten endlich abschaffen. Bereits im Ei soll eine Geschlechtserkennung stattfinden und die Eier mit potentiell männlichen Küken nicht weiter bebrütet werden. Das ist zwar eine deutliche Verbesserung für die Küken, aber noch nicht die beste Lösung. Verschiedene Initiativen setzen auf die Einführung eines Zwei-Nutzungs-Huhns. Hierbei werden auch die männlichen Küken aufgezogen und nicht nur ihre eierlegenden Schwestern.

5 Jahre BID

2012 wurde die Bruderhahn Initiative Deutschland gegründet.
Man wollte die Praxis der nutzlosen Tötung von männlichen Küken nicht mehr länger hinnehmen und den Verbraucher auf diese dringende Problematik aufmerksam machen. Um die Mehrkosten der Bruderhahnaufzucht zu finanzieren, wurde die Aktion „4 Cent für die Ethik“ bundesweit mit Erfolg gestartet. Mittlerweile beteiligen sich mehr als 30 landwirtschaftliche Betriebe an der BID.
Das Aufziehen der Brüder der Legehennen ist der Initiative jedoch nicht genug. “Wir verstehen unsere derzeitigen Bemühungen als Übergangslösung des Problems”, erklärt die Leiterin der Koordinationsstelle Frau Pamela Wieckmann und verweist auf die Züchtung von Zweinutzungsrassen, als langfristige Lösung in der ökologischen Tierzucht.

GEMEINNÜTZIGE ÖKOLOGISCHE TIERZUCHT

Das unerträgliche Kükentöten wird von vielen Landwirten in der Bio-Bewegung als nicht passend und nicht zukunftsfähig empfunden.
Aufgrund dieser Tatsache wurde im März 2015 die Ökologische Tierzucht GmbH durch die Verbände Bioland und Demeter gegründet. Die Geschäftsführerin Inga Günther fordert einen Paradigmenwechsel hin zu mehr Tierwohl in der ökologischen Tierhaltung und zu “Qualität von Anfang an”. Die Gesellschaft ruft nach echten Werten und fordert uns alle auf, würdevoll mit Tieren umzugehen. Hier bietet die Initiative von Bioland und Demeter, die Ökologische Tierzucht GmbH (ÖTZ), Lösungen an: “Ab sofort geben wir nur noch gemischt männliche und weibliche Küken ab”. Die alleinige Bestellung von weiblichen Küken ist hier nicht mehr möglich. So beendet die Initiative das ethisch nicht vertretbare Töten männlicher Küken aus der Legehennenbrüterei unmittelbar nach dem Schlüpfen und setzt ein konsequentes Zeichen für die Entwicklung des Zweinutzungshuhns.

Sandy legt das Ei

Das Legehuhn Sandy wird seit 2016 in Österreich und Teilen von Süddeutschland für die Erzeugung von Bio-Eiern mit Bruderhahn-Aufzucht eingesetzt. Die Henne punktet mit ihrer geringen Futteraufnahme, bis zu 330 cremefarbenen Eiern im Jahr und dem hell-gescheckten Federkleid. Vorteil dieser Hennen ist die hohe Legeleistung der Tiere und der ausreichende Fleischansatz bei den Hähnen. Über die verarbeiteten Produkte können viele Kunden erreicht werden, welche sich gegen das Kükentöten einsetzen möchten.

Biohof Klauser im Chiemgau

Seit mehreren Jahren erhalten wir bereits unsere Eier vom Biohof Klauser
im Chiemgau. Das Thema Zweinutzungshenne schwirrt schon länger auf dem Betrieb umher. Deshalb wurde nun ein vorübergehender Kompromiss
gefunden, erst einmal festzustellen, ob ausreichend Kunden vorhanden sind, um eine eigene Haltung einrichten zu können. Deshalb bezieht nun die Familie Klauser cremefarbenen Sandy-Eier von einem kleinen Biolandbetrieb aus Rosenheim. Mit der Chefin, Frau Martina Beck sind sie schon sehr lange in Kontakt und im fachlichen Austausch. Ihre Zweinutzungs-Hühnerherde der Rasse Sandy ist derzeit 600 Hennen groß.

Weil es uns wichtig ist

Auch wir im Kornhaus wollen die Familie Klauser und alle Initiativen tatkräftig unterstützen und haben deshalb auf Bruderhahneier umgestellt – zum “selberpflücken”. Um Verpackungsmüll zu sparen könnt ihr unsere praktische Mehrwegbox erwerben oder besser noch, ihr bringt einfach eure gebrauchten Eierschachteln mit und befüllt sie wieder neu.

http://www.bruderhahn.de

http://www.oekotierzucht.de

http://www.biohof-klauser.de

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